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Handel und Gewerbe in der nordjütischen Region haben im Laufe der letzten vielen Jahrhunderte einen Prozess mit zahlreichen Veränderungen durchlaufen, und die Wirtschaft der Region ist auch weiterhin einem ständigen Wandel unterworfen. Dieses gilt sowohl für die Landwirtschaft, die Fischerei, die traditionelle Industrie als auch für die in höherem Maße auf Dienstleistung und Wissen basierten Gewerbe. Diese Veränderungen haben in der Region viele interessante Spuren hinterlassen.
 Die Landwirtschaft spielte und spielt auch weiterhin in Dänemark eine große Rolle. Die Entstehung der Landwirtschaft stand im Zusammenhang mit der vor 11.000 - 12.000 Jahren in Dänemark endenden Eiszeit, als die Eismassen schmolzen und eine offene und kalte Landschaft zurückließen. Nach und nach wurde das Klima milder, und das Land wurde von dichtem Urwald bedeckt. Etwa 5.000 Jahre später breitete sich der Ackerbau vom Süden durch Europa auf die Bereiche an der Ostsee aus, und vor 6.000 Jahren in der Ertebölle-Zeit tauchten die ersten feinen Anzeichen der Landwirtschaft in Dänemark auf. In diesem Zeitraum begannen die Menschen, die Wälder abzubrennen, um für das Wild Weideplätze zu schaffen, und dieses ist im weitesten Sinne als die Geburtsstunde der Idee einer Haltung von zahmen Tieren zu betrachten. Beim Übergang zum Ackerbau wurde jedoch das direkte Roden von Wäldern erforderlich, und hierbei war die Entwicklung der Waldaxt, die geschliffene Steinaxt, ein wichtiges Werkzeug. Die weitere Entwicklung bis etwa zur jüngeren Eisenzeit und zur Wikingerzeit war u. a. durch die Erfindung eines primitiven, einspännigen, altertümlichen Pfluges, die Anwendung von Eisen für Erntegeräte sowie das in Ställen untergebrachte Vieh gekennzeichnet. Im Sandboden unter Store Vildmose und anderenorts gibt es Spuren des Pflügens mit dem primitiven, einspännigen, altertümlichen Pflug.  Eine zentrale Epoche in der Geschichte der Landwirtschaft bildet der Zeitraum des Durchbruchs der Industrialisierung, ein Zeitraum, der seine Spuren auch in der mittel- und nordjütischen Region hinterlassen hat. Die Entwicklung in Richtung einer Industriegesellschaft war nicht allein ein Prozess, der zur Folge hatte, dass die gesamte Produktion anstelle durch die Kraft von Mensch und Tier von Maschinen angetrieben wurde, sondern ferner der Hintergrund für beispielsweise Urbanisierung und Genossenschaftsbewegung. Die Prinzipien der Genossenschaftsbewegung gelangten durch die Gründung der ersten Konsumgenossenschaft im Jahr 1866 in Thisted nach Dänemark, und die erste Molkereigenossenschaft wurde im Jahr 1882 im Dorf Hjedding bei Ølgod in Westjütland gegründet. Die Molkereigenossenschaften und Schweineschlachthofgenossenschaften nahmen eine gänzlich dominierende Stellung innerhalb der Molkerei- und Schlachtbetriebe ein. Durch die Umstellung der Landwirtschaft wurde ein Produktions- und Exportmuster geschaffen, das bis 1960 anhielt.  Die Nachkriegszeit stand jedoch in erster Linie im Zeichen der städtischen Gewerbe, und abgesehen von einer kurzen Zeitspanne Anfang der 1950'er Jahre war die Bedeutung der Industrie größer als die der Landwirtschaft. Heutzutage spielt die Landwirtschaft jedoch auch weiterhin eine nicht unbedeutende Rolle, beispielsweise ist Dänemark weiterhin der weltweit bedeutendste Exporteur von Schweinefleisch. Die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe ist jedoch stetig rückläufig, und erreichte im Jahr 2002 eine Anzahl von 50.000 Betrieben in ganz Dänemark. Die bestellte Fläche wird jedoch nicht geringer, und die allgemeine Entwicklung ist die, dass die Höfe größer und größer werden, die Anzahl der Höfe jedoch stetig zurückgeht. Ein weiterer Trend innerhalb der Landwirtschaft ist das steigende Interesse an Öko-Betrieben.
In der nordjütischen Region befinden sich viele der Städte ("købstæder"), die zwischen dem Ende der Wikingerzeit um 1050 und der Reformation hervorwuchsen. Eine Stadt war die Bezeichnung einer Ortschaft mit besonderen Rechten, u. a. innerhalb des Handels und des Handwerks. Die Privilegien waren vom König oder vom Bischof verliehen worden, der einerseits Recht und Ordnung gewährleistete, andererseits jedoch als Entgelt den Bürgern Steuern und Abgaben abverlangte.  Beispielhafte Städte innerhalb der Region sind Frederikshavn, Aalborg, Nibe, Mariager, Skagen, Sæby und Nykøbing Mors. In diesen Städten gibt es interessante Spuren der Handelsaktivitäten, die hier abgelaufen sind. In Nibe sind viele Spuren des Handels mit Limfjord-Heringen erhalten, u. a. auch aus den Kalkmalereien der Kirche und dem Stadtwappen mit den drei Makrelen ersichtlich. Entlang der Straßen der Stadt gibt es interessante Häuser, die früher als Verkaufsbuden benutzt wurden.
 In der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden der dänischen Gesellschaft erhebliche Veränderungen zuteil. Dank der industriellen Entwicklung zog es die Bevölkerung in die Städte, wo es neue Möglichkeiten der Beschäftigung gab. Zugleich wurde die Klasse der Hofbesitzer wohlhabender und kaufte in steigendem Maße Fertigwaren wie maschinengewebte Stoffe, Kleidung und Gerätschaften in der Stadt, anstatt diese Dinge selbst anzufertigen. Morsø Jernstøberi (Eisengießerei), die im Jahr 1853 gegründet wurde und im Jahr 2003 ihr 150-jähriges Jubiläum feiern konnte, ist ein frühes Beispiel der industriellen Produktion in Dänemark. Das Gießereimuseum in Nykøbing Mors, eingerichtet in einigen der alten Fabriksgebäude, stellt nicht nur Werkzeuge und Erzeugnisse der Fabrik aus. Die Ausstellung erzählt auch von den Menschen, die über Generationen in den Hallen der Gießerei sowie im Konstruktionsbüro etc. arbeiteten.
 Die Fischerei hat in diesem Teil Jütlands schon immer eine große Rolle gespielt, und die fischverarbeitende Industrie spielt auch heute weiterhin eine wichtige wirtschaftliche Rolle. Insbesondere Skagen, Hirtshals und Hanstholm sind diesbezüglich wichtige Städte, von denen Speisefisch an den größten Teil Europas geliefert wird. Ab der 1860'er Jahre war in Form von Hilfsmitteln wie Dampfmaschinen und später Motoren auch die technologische Entwicklung der Fischerei förderlich. Die Fischerei Nordjütlands nahm in hohem Maße an der Technisierung teil, und mehrere der neuen Erfindungen hatten ihre Wurzeln in Nordjütland, wie beispielsweise das schwimmende Schleppnetz, durch welches das Fischen von in Schwärmen lebenden Fischen in verschiedenen Tiefen ermöglicht wurde.
 Die Globalisierung der Wirtschaft hat auch in der nordjütischen Region ihre Spuren hinterlassen. Während der letzten 20 Jahre sind traditionelle Industrien wie Werften, Zementproduzenten sowie verschiedene Industrien innerhalb der Nahrungsmittelherstellung in hohem Maße stillgelegt oder in andere Gegenden Dänemarks oder ins Ausland verlegt worden. Dieses hat in Nordjütland eine erhebliche Umstellung zur Folge gehabt, die auch an vielen anderen Orten der westlichen Welt bestens bekannt ist, so dass das Wachstum heutzutage innerhalb der dienstleistungs- und wissensbasierten Gewerbe stattfindet. Ein deutliches Beispiel hierfür ist der Tourismus, der in Nordjütland - in Vollzeitstellungen umgerechnet - heutzutage mehr als 8.000 Menschen beschäftigt und einen Umsatz von etwa 7 Milliarden DKK verzeichnen kann.
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